Archiv für die Kategorie ‘Sichtweisen’

Don’t follow the same road again.

Veröffentlicht: 5. Februar 2017 in Sichtweisen

H. Maly, 2017

#Diskriminierung und #Viktimisierung. Der neue #Opferautoritarismus.
Einer der intelligentesten Artikel, den ich in den vergangenen Jahrzehnten gelesen habe. Vom neuen Feuilleton-Chef der Neuen Zürcher Zeitung, #RenéScheu [1].
Scheu analysiert sehr erfrischend, dass in den westlichen Gesellschaften, in denen Unterschiede zwischen Menschen im Wesentlichen eingedampft seien, es zu einem Wettbewerb der #Meistbeleidigten, der #Dauerdiskriminierten, von #Opferdarstellern käme. Das fälschlicherweise männlich konnotierte Wort „Student“ mag ein Beispiel hierfür sein. Dem Partizip Präsens „studens“ entsprechend, bedeutet es „studierend“. Ohne geschlechtlichen Bezug. In zeitgenössisch-narzisstischen „Diskursen“ sei es eine #Mikroaggression, „ein Mini-Gewaltakt, gegenüber Frauen, weil diese durch die Sprachhandlung ausgeschaltet werden.“ „Jede Meinungsäußerung läßt sich so als Angriff auf die eigene Person deuten […]. Die eigentliche Aggression scheint mir eher ein Mangel an Souveränität und an Augenmaß zu sein. Die eigentliche Makroaggression eher Narzissmus und ein Mangel an Bildung. Schlicht Dummheit.
Etwas deftiger zum Schluss, aber deshalb nicht weniger wahr, ein Zitat von #ClintEastwood, „Er nimmt Anstoß an der versnobten Haltung all der Sich-gekränkt-Fühlenden, die bloß auf sich selbst fixiert sind. […] ‚ „Mich quält der Gedanke an all die Arschlöcher, die sich beklagen. Ich sah Leute, denen es wirklich mies ging“ ‚.

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1] René Scheu, Der neue Opferautoritarismus, NZZ, 12.08.2016

Hartwig Maly, 2016

Shakespeare, W.: Hamlet, 1603, Hamlet Prinz von Dänemark, Polonius Ratgeber des Königs

POLONIUS. Gnädiger Herr, die Königin wünscht Euch zu sprechen und das sogleich.
HAMLET. Seht ihr die Wolke dort, beinah‘ in Gestalt eines Kamels
POLONIUS. Beim Himmel, sie sieht auch wirklich aus wie ein Kamel.
HAMLET. Mich dünkt, sie sieht aus wie ein Wiesel.
POLONIUS. Sie hat einen Rücken wie ein Wiesel.
HAMLET. Oder wie ein Walfisch.
POLONIUS. Ganz wie ein Walfisch.
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Live Long and Prosper

Veröffentlicht: 31. Dezember 2015 in Be happy, Sichtweisen
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The Art of Management.

Veröffentlicht: 1. November 2015 in Management, Sichtweisen
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Sichtwechsel.

Veröffentlicht: 30. September 2015 in Sichtweisen
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Wikipedia, Michelangelo, Foto: Rico Heil, CC-BY-SA-3.0

Wikipedia, Michelangelo, Foto: Rico Heil, CC-BY-SA-3.0

„Was für ein Meisterstück ist der Mensch! Wie edel durch die Vernunft. Wie unbegrenzt in seine Fähigkeiten. An Gestalt und Bewegungskraft wie vollendet und bewundernswürdig. Im Wirken wie ähnlich einem Engel! Im Denken wie ähnlich einem Gott! Die schönste Zier der Schöpfung! Das vollkommenste aller sichtbaren Wesen!“ Shakespeare, Hamlet

Sind Sie auch manchmal Guru?

Veröffentlicht: 30. September 2015 in Sichtweisen
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Wann haben Sie zum letztenmal einfach nichts getan. Nur da gesessen? Die Gedanken treiben lassen? Vielleicht Wolken betrachtet? Oder einen einzelnen Regentropfen. Über gefühlte Minuten. Müssige Zeit? Sehr beschäftigte Menschen werden diese Fragen schnell abtun. In einer Zeit, in der wir wieder und wieder von einer neuen Aufgabe oder einem neuen Projekt davon getragen werden. Verpassten Chancen nachtrauern oder Hoffnungen nachhängen. Uns kaum Zeit bleibt, um in einer Pause uns selbst oder unserem Umfeld Beachtung zu schenken. Gelegenheiten beim Schopfe zu ergreifen. In diesem fast infinitesimal kleinen Augenblick, der unsere Gegenwart ausmacht. Weil wir so sehr damit beschäftigt sind, der zu sein, den andere in uns sehen, dass wir vergessen, uns um das zu kümmern, was uns wirklich ausmacht. Und uns vermutlich auch innovativer und produktiver werden liesse. Vielleicht auch freier. Nein. Sicher freier.

Copyright Hartwig Maly, 2015

Copyright Hartwig Maly, 2015

Vielleicht kennen Sie die beeindruckenden Zahlen, um aus einer ersten Idee in einem pharmazeutischen Unternehmen ein marktgängiges Produkt zu entwickeln: Zehn Jahre bis zur Marktreife, bis zu 1.000 Millionen Euro Gesamtkosten, 20.000 Substanzen, die in die Forschungs- und Entwicklungspipeline eingespeist werden, in der Hoffnung einen Blockbuster zu generieren, ein Produkt, mit einem Jahresumsatz von mindestens 1.000 Millionen Euro pro Jahr und mehr als 500.000 tausend Seiten Dokumentation, die an die zuständigen Behörden übergeben werden müssen, um die Zulassung für ein Medikament zu erhalten. Zum Glück nicht mehr in Papierform. Ein beeindruckendes Zahlenwerk, oder? Soweit der eigentlich einfachere und kürzere Weg von der Angewandten Forschung bis zur Marktreife. Der klassische Werdegang der Idee eines Wirkstoffes. BIs zur Verschreibung durch den Hausarzt oder die Anwendung im Routinebetrieb in einer Klinik.

Noch beeindruckender, die von der Fachzeitschrift „Cell“ berichtete Dauer, bis durch Grundlagenforschung die Therapie gegen eine tödlichen Krankheit entwickelt werden konnte. Es geht um die Entwicklungsdauer zweier wichtiger Antikrebswirkstoffe, Ipilumumab und Ivacaftor. Die Wissenschaftler um Alexander Pico haben rückblickend ermittelt, welche Ressourcen für deren Entwicklung erforderlich waren: Ipilimumab ist das Resultat von 7.000 Wissenschaftlern an rund 5.700 Instituten, die mehr als 100 Jahren geforscht haben. Für Ivacaftor haben 2.900 Forscher von mehr als 2.500 Instituten insgesamt 60 Jahre geforscht. Respekt.

Samad Lotia ; Alexander Pico, Bibliometrics: Pilot study completed on ipilimumab and ivacaftor