Archiv für die Kategorie ‘Macht’

Nowitchok,to whom it concerns. Informationen über einen interessanten Kampfstoff aus der Familie der halogenierten Phosphonsäuren, der eine auslösende Rolle in der Eskalation des hybriden Krieges zwischen Russland und ‚dem Westen‘ zu spielen scheint. Hoffentlich wird die Auseinandersetzung nicht zu dem, was Spieltheoretiker ‚Chicken Game‘, Feiglingspiel, nennen.

Nach dem Chemiewaffenexperten Ralf Trapp haben Chargen Nowitschoks eine laborspezifische Signatur. (Verunreinigungen, Isotopenverteilungen). Im Grunde kann man also ihre Herkunft bestimmen, wenn man Referenzchargen des synthetisierenden Labors hätte. Da beginnt es schwierig zu werden. Wäre es ein russisches Labor, müßte die russische Regierung diese einer neutralen Behörde (Organisation zum Verbot chemischer Waffen-OPCW?) zur Verfügung stellen. Interview Trapp im Heute Journal.

Wie also kann man verhindern, dass das Spiel eskaliert und ein Täter davon abgehalten wird, Nowitschok erneut einzusetzen. Mit Transparenz durch eine neutrale Organisation, rechtsstaatlichem Vorgehen (Unschuldsvermutung) und erheblichen Konsequenzen für Täter? Klingt plausibel. Passt allerdings nicht zur Signatur eines hybriden Krieges. Dieser ist eine flexible Mischform der offen und verdeckt zur Anwendung gebrachten regulären und irregulären, symmetrischen und asymmetrischen, militärischen und nicht-militärischen Konfliktmittel mit dem Zweck, die Schwelle zwischen den völkerrechtlich angelegten binären Zuständen Krieg und Frieden zu verwischen.

Also, keine Alternative zur Eskalation des Konfliktes? Doch das Chicken Game kennt drei Lösungen (Nash-Gleichgewichte). Wird der Sieg nicht zu hoch bewertet, überleben beide Parteien ohne das Gesicht zu verlieren. Also an alle Parteien. Calm down.

Mehr Informationen über Nowitschok in spektrum.de unter ‚6. Antworten zu Nowitschok-Kampfstoffen

Yo man, motivation might be quite easy

Veröffentlicht: 28. November 2014 in Be happy, Macht, Management
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In Downing Street 10 geschieht es. Im Oval Office geschieht es. Im Kanzleramt unglaublicherweise auch. Auf der einen oder anderen Toilette zeitigt es erstaunliche Erfolge. Neben vielen anderen Lokalitäten. Gemeint ist der professionelle Einsatz des Nudge [nʌdʒ]. Des vorsichtigen Stupsers. Eines bedenkenswerten Kindes des libertinären Paternalismus.

Der Begriff Nudge wurde vom Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und dem Rechtswissenschaftler Cass Sunstein in ihrem 2008 erschienenen Buch Nudge. Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness“ geprägt und wird zunehmend, von den meisten unbemerkt, im Alltag eingesetzt. Zur Freude zum Beispiel ´genudger´ Restaurantbesitzer und Toilettenmänner, auf deren Toiletten Urinale mit gut erkennbaren schwarzen Keramik-Fliegen oder grüne Fussballtore angebracht sind. Männer zielen messbar präziser in das Urinal wenn ein Nudge ihren Jagdinstinkt anspricht.

Ein Nudge ist nach Sunstein und Thaler das Gegenteil eines Verbots oder eines Befehls. Er vermittelt dem Probanden den Eindruck von Entscheidungsfreiheit und hat deshalb die Kraft, das Verhalten von Menschen tatsächlich zu beeinflussen. Die Verhaltensökonomik bietet inzwischen ein reichhaltiges Angebot an verläßlichen Reflexen, die zum Nudgen eingesetzt werden können. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit von uns bevorzugt werden. Der Eindruck von Entscheidungsfreiheit ist dann natürlich eine Illusion. Sie ahnen jetzt, warum sich Obama, Cameron und Merkel für die Gestaltungsmöglichkeiten des Nudgens so sehr interessieren. Alle drei beschäftigen hierfür professionelle Teams.

Das alles klingt nach Manipulation. Ist es auch. Wem von uns wären gelegentliche angenehme Manipulationen nicht willkommen. So auch den Benutzern in folgendem Video, die sich unter bestimmten, genudgten Umständen entschieden, die Treppe einer S-Bahnstation leichten und nicht mühsamen Fußes zu benutzen und die Rolltreppe unbeachtet rechts rollen zu lassen. Raten Sie jetzt schon, welcher Nudge instrumentalisiert wurde? Ganz einfach: Freude, Spaß.

The human nose can detect more than 1 trillion different smells instead of 10.000. According to some new research [1] by Andreas Keller of Rockefeller University suggesting that we are much better at telling odours apart than research previously thought. And possibly a more interesting target for highly sophisticated manipulating attacks.  It´s well known that female humans are able to smell some aspects of the MHC genes of potential sex partners and prefer partners with MHC genes different from their own. MHC, the major histocompatibility complex, plays an important role in our immune systems. So it seems to be important for our species to diversify our genetic disposition to encrease the probability of our descendants to survive. The right choice of an appropriate sex partner seems to be crucial. Everything changing female humanes ability to smell the right partner could have serious consequences. For example contraceptive pills, respectively the active substances estrogen and progestin. Using them could lead – genetically spoken – to a wrong choice of potential partners.

No chance at all to control this process consciously during the transfer of „smell-data“ from the vomeronasal organs, detecting molecular stimuli, to the limbic system. Smell is always our first sensory impression if we come across new situations. Extremely subtle and fast acting processes. An opportunity to compose chemical compounds in a highly sophisticated way to get more precise effects. E.g. like chocolate producing companies using structural similarities like beween the group of sex hormones ´pheromones´and cinnamon, vanilla with euphorian effects to sell more chocolate shortly before Christmas. Would be interesting to do some modellings in highly parallel processing super computers to get the ideal mixture of olfactory compounds for every purpose. It´s a dream of course to buy a tailor-made  parfume so that everybody appreciates us or supports our career or whatever we wish to get. And it should remain a dream. Please remember Patrick Susskind´s „Perfume: The Story of a Murderer“ and the end of his Story. But we can´t be sure. Do you like some additional interesting Information regarding this topic and the present state of research? Ok. Please start the related talk.

1] The Guardian, http://www.theguardian.com/science/2014/mar/20/human-nose-detect-1-trillion-smells-odours

„Ich mach aus diesem Fernseher eine Videowanze.“
Es gibt vor dem Hintergrund Orwells´ 1984 viele Gründe sich paranoid zu verhalten. Hier ein weiterer [1]. Die Forschungsgruppe „Security in Telecommunications“ der TU Berlin hat herausgefunden, dass man Smart-TVs mit einfachen Mitteln vielseitig einsetzen kann. Paparazzi können Prominente filmen, Einbrecher verlassene Wohnungen ausspionieren und Hacker Pirateriebörsen betreiben. Der Phantasie kreativer Techies sind keine Grenzen gesetzt.

Was uns häufig nicht bewusst ist. Smart-TVs sind sehr leistungsfähige Linux-Rechner mit besonders großem Bildschirm. Seit Mark Weiser 1991 in seiner Publikation „The Computer for the 21st Century“ [2] den Begriff ´Ubiquitious Computing´[3] geprägt hat, erwarten uns spannende neue Entwicklungen. Botnets, in denen sich unsere Socken, die wir in einem anstrengenden Businesstermin tragen, die wahrscheinlich non-invasiv Blutparameter bestimmen können mit dem Fernseher abstimmen, um – unsere mutmaßliche Ankunft  zuhause prognostizierend – eine Soap-Sendung zu unserer Entspannung abzuspielen. Versteht sich, dass unsere Wohnungstür noch einen kurzen Check-Up unserer Körpersprache und Mimik vornimmt, um kurzfristige Programmänderungen zu initiieren. Natürlich analysiert unser Fernseher ständig unsere Programmvorlieben und tuschelt unter anderem mit dem Kühlschrank darüber. Oder einem in den vergangenen Urlaub nicht mitgenommenem Hemd, dass auf Rache sinnt. Und im Hintergrund lachen ´High-Speed-Marketing-Börsen´ über immer ausgefeiltere Kundenprofile. Schöne neue Welt. Alles das ist technisch schon realisiert. Artificial Intelligence, lange Zeit eher ein Mauerblümchen-Dasein fristend, spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie sagte mir gerade eine Telefonstimme, am KIT ausgebildet, der Urzelle Künstlicher-Intelligenz-Forschung. „Artificial Intelligence is better than None.“ Wie wahr. H. G. Wells Elois lassen grüßen.

Die von den Wissenschaftlern der TU Berlin getesteten Smart-TVs des Weltmarktführers kannten keinen Virenschutz noch Firewalls oder Rechtemanagement. Dinge, die einige von uns in der Folge der NSA-Machenschaften angefangen haben, lieb zu gewinnen. Es versteht sich, dass der Berliner Sicherheitsprofi seinen Smart-TV nicht mit der Fernbedienung ausschaltet. Er zieht einfach den Stecker. Angesichts des physischen Aufwandes und unserer Trägheit eher ein hypothetisches Konstrukt. Also – wir sehen uns. Es sei denn Sie verhängen die kleine unscheinbare Kamera an der Vorderseite Ihres Fernsehers.

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1] Hilmar Schmundt, Glotze glotzt zurück, Der Spiegel, 8/ 2014, S.128
2] www.ubi.com, 09/91
3] In der Vision Mark Weisers werden Computer in Gegenständen des alltäglichen Lebens verschwinden. Sie werden allgegenwärtig – ubiquitious – sein. Wir sehen sie dann nicht mehr!!! Ubiquitious-Computing-fähige Gegenstände verlangen kein spezielles Equipment zu ihrer Bedienung oder die Kenntnis besondere Kommandos. Sie selbst können beobachten, analysieren, schlussfolgern und sich unterhalten. Das was Menschen auch können. Jede Socke. Jede Tür. Vielleicht jedes Blatt Papier. Denken Sie an den Fixkostendegressionseffekt. Kosten für Prozessoren und Speicher werden noch weiter marginalisiert als das ohnehin schon der Fall ist. Es gibt noch eine riesige Anzahl weiterer sehr phantasievoller Ansätze. Zum Beispiel, die Idee des Server-Staubes. Mikrometer kleine Rechner, die sich selbst reproduzieren können, wireless kommunizieren und aufgrund ihrer geringen Größe und ihres geringen Gewichts leicht vom Wind weltweit verteilt werden können. Das nenne ich mal einen mächtigen Gedanken. Infrastrukturproblem lösen sich wie im Fluge.

Stigma

Veröffentlicht: 11. Februar 2014 in Kriegsführung, Macht, Tools
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Schon morgen könnte die Welt für Sie dramatisch anders aussehen! Muss aber nicht. Die aktuellen Ereignisse um den SPD-Politiker Edathy zeigen wie schnell Menschen stigmatisiert werden können. Emotionale Tags wie Sexist, Antisemit oder Pädophiler werden bei berühmteren Zeitgenossen eher von empörungsbereiten Medien und dummen Social-Media-Schwärmen aufgenommen und perpetuiert. Unabhängig von Unschuldsvermutungen oder Freisprüchen vor Gericht bleibt vermutlich etwas hängen. Uns allen könnte Ähnliches auch widerfahren. Stellen Sie sich bitte vor, Ihnen ginge es wie dem Niederlassungsleiter der New Yorker Filiale einer norddeutschen Bank in 2010. Er wurde Opfer einer Verschwörung, also einer Verabredung zu einer strafbaren Tat. Ein renommierter, deutscher Dienstleiter gegen Wirtschaftskriminalität (Detektei) hat im Auftrag des Vorstandsvorsitzenden und des Chefjustitiars der Bank das Passwort zu einer Kinderpornoseite hinter dem, auf dem Schreibtisch stehenden Familienfoto des in Missgunst gefallenen Filialleiters versteckt. Mutmaßlich, um ihn ohne Abfindung frei zu setzen. Die Detektei zeigt den Filialleiter bei der New Yorker Polizei an. Die fand natürlich das Passwort. Können Sie sich vorstellen wie die weitere berufliche Laufbahn des Bankers hätte aussehen können? Zum Glück wurden ihm interne Informationen zugspielt, dass der Vorgang von der Bankleitung lanciert wurde. Bank und Filialleiter trennten sich und einigten sich auf eine sehr großzügige Abfindung.

Stellen Sie sich bitte vor, im Rahmen eines Mobbings/ Bossings werden ähnliche Gerüchte über Sie gestreut oder unter Ihrer Benutzerkennung wird auf Kinderpornoseiten zugegriffen. Oder einschlägige Magazine werden in Ihrem Schreibtisch oder in Ihrem Schrank platziert. Schließen Sie Ihre Schränke stets ab auch wenn Sie Ihr Büro nur kurz verlassen? Vielleicht läuft schon ein denunzierender Shitstorm im Internet gegen Sie? Ich möchte Sie nicht auffordern paranoid zu werden. Sofern das biologisch überhaupt geht. Denken Sie ab und zu darüber nach, dass Sie es Wettbewerbern um den nächsten Karriereschritt nicht zu leicht machen, Sie aus dem Spiel zu kicken. „Be prepared“. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich in das Repertoire möglicher Schweinereien hinein zu versetzen, denken Sie darüber nach, ein zweisemestriges Zusatzstudium an der Pariser ´Ecole du Guerre Economique´ zu belegen.

Zugegeben, der Titel ist etwas reißerisch. Vielleicht aber auch nicht, wenn Sie an meinen letzten Post „Psychopathen als Vorbilder“ denken. Immerhin stehen Theologen in Prof. Kevin Duttons  Ranking „Funktioneller (positiver) Psychopathen“  auf Platz acht seiner umfangreichen wissenschaftlichen Umfrage. Deutlich abgeschlagen hinter Managern, Juristen und Journalisten. Ich unterstelle mal sehr großzügig, dass Mönche in der Umfrage subsumiert sind. Fakt ist, ich bin über das Wochenende wirklich im Kloster Bad Wimpfen. Fakt ist auch, dass ich einen ebenso eleganten wie reißerischen Einstieg suche in ein neues Experiment meines Blogs.

Ich werde nach und nach spannende Bachelorarbeiten in meinem Blog veröffentlichen. Von Ex-Studenten authorisierte Kurzfassungen. Der Einstieg gehört dem Titel „Psychopathen im Management – Identifikation und effektiver Einsatz im Unternehmen.“ Die Autorin Miriam Loy, war Studentin an der DHBW im Lehrstuhl Versicherung. Der Leitgedanke bei dieser Arbeit war, Psychopathen kontrolliert einzustellen oder ihnen den Einstieg zu verwehren. Wie und wo im Unternehmen oder einer Verwaltung kann ich die Energie, die Risikobereitschaft und den gewinnenden Charakter funktioneller Psychopathen für die gesamte Organisation nutzbringend einsetzen. Funktionelle Psychopathen meint Personen – übrigens überwiegend Männer – die gefühlsarm/ gefühlsfrei, trotzdem charismatisch wirkend, intelligent, mit intaktem bildungsbürgerlichem Hintergrund, extrem fokussiert, angstarm/ angstfrei und fallweise brutal sind. Klingt nach wenigen Ausnahmen wie Richard Fuld von ehemals Lehman Brothers, der höhere zweistellige Milliardenbeträge ohne erkennbare Reue versenkte. Glücklicherweise sind es mehr – geschätzte 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung – sonst würde sich eine wissenschaftliche Betrachtung nicht lohnen.

Bis die nächsten Tage mit der spannenden Kurzfassung der Arbeit Miriam Loys.

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Vom Flughafen Berlin Brandenburg und anderen Großbaustellen. Wie konnte es zur katastrophalen Pannenserie am künftigen Hauptstadtflughafen kommen? Was kann man daraus für andere Großprojekte lernen?
Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (IATA-Code BER) gilt als Deutschlands peinlichste Baustelle. Öffentlich gelästert wird über Baumängel, Planungsfehler und Entscheidungschaos. Im Mai 2012 feuert der Bauträger das Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) und reicht Klage ein. Nach monatelangem Schweigen äußert sich der international renommierte Architekt Meinhard von Gerkan im Rahmen seines sehr lesenswerten Buches “ Black Box BER“ [1] erstmals ausführlich zu den Umständen der Kündigung, den Gründen des Scheiterns und zur Frage, warum Großbauprojekte wie BER, die Hamburger Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 es in Deutschland so schwer haben. Von Gerkan beschreibt das BER-Desaster im Kontext internationaler Großbauprojekte und beschreibt Wege aus der Krise.

In der Check-in-Halle des BER schwebt ein aus roten Aluminiumbändern geflochtener Teppich unter der Decke, ein Kunstwerk der kalifornischen Künstlerin Pae White, „The Magic Carpet“ genannt. Auf ihm, scheint es im Nachhinein, schien der Bauträger  in eine verheißungsvolle Zukunft fliegen zu wollen, einem Shopping-Center mit Flughafenanschluss, dem mittels nobler gestalterischer Geste Würde und Repräsentanz verliehen werden sollte. Eine bauliche Visitenkarte für Berlin, das Land Brandenburg und den Bund. Ein Projekt, dass sich quasi von selbst finanzieren sollte.  In einem herausfordernden Umfeld knapper Zeit (politischer Kalender)  und knapper Kassen (hohe Verschuldung), Konzeptlosigkeit und unstillbarem Verlangen nach Geltung (Signalarchitektur für das geplant kleine, eher zu Banalarchitektur passende Budget), einer zur Skandalisierung neigenden Medienlandschaft und einem Hase und Igelspiel um Entscheidung und Verantwortung.

Ich möchte Ihnen nicht den vollständigen Genuss des Buches vorweg nehmen. Deshalb nur einen kleinen Gruß aus der Küche des Projektmanagements. Ein Amuse-Gueule gesammelter Kunstfehler und Problematiken aus der Sicht des 78-jährigen Meinhard von Gerkan [2].

Kunstfehler
1. Gesamthaftung
Bauherren wünschen sich oft das Rundum-sorglos-Paket. Deshalb nötigen sie dem Architekten die Generalplanung mit Gesamthaftung auf. Leider nicht mit ausreichendem Einfluss und den erforderlichen Steuerungsmöglichkeiten. Vielfach handelt es sich um Knebelverträge, bei denen der letzte Überlebende für alle diejenigen einstehen muss, die sich durch Insolvenz der Verantwortung entzogen haben.

2. Dem Bedarf hinterherplanen
Auch bedarfsgerechte Fehlplanung genannt.  Wenn der Bedarf besteht, die Zustimmung politischer Gremien zu bekommen, wird das Budget klein gerechnet. Besteht der Bedarf nach hoher Wirtschaftlichkeit, wird z.B. der Nutzen hochgerechnet. Der Flughafen erreicht schon nach kurzer Zeit eine Auslastung von nahezu 100 Prozent.

3. Berichtswesen – bereinigte Berichte für den Aufsichtsrat

4. Verantwortung wegdelegieren
Bevor man selbst als Bauherr die Verantwortung übernimmt und eingesteht, dass man Termine nicht einhalten könne, hofft man lieber darauf, dass ein Bauamtsmitarbeiter ein halb fertiges Teilgewerk abnimmt. Der kleine Beamte wird sich schon nicht trauen, eine Milliardeninvestition auszubremsen.

5. Inbetriebnahme vor Fertigstellung
Nicht immer stimmen Eröffnungstermin und Baufertigstellung überein. Der Flughafen München wurde erst Jahre nach der Eröffnung in Teilbereichen behördlich abgenommen. Im Falle von BER ging dieser pragmatische Ansatz mehrmals gründlich daneben.

6. Nutzungsvielfalt
Bei der Finanzierung von BER spielte es eine zentrale Rolle, dass vor allem die Non-Aviation-Fläche (Shopping-Center) während des laufenden Projektes flexibel erweitert werden kann. So der spät angemeldete Wunsch eines Walk-through-Shops mit nachfolgender Einkaufsmeile. Durch die teuren Umplanungen wurde die Funktionalität des Flughafens (Aviation-Bereich, Primärfunktion des Flughafens, alles um Ankunft und Abfliegen)  nicht einen Deut besser. Sie kennen sicher das Problem um den Umgang mit Change Requests im Zusammenhang mit ´harten´ Projektvorgaben (Zeit, Budget, Qualität, Funktionalität). Trotz aller Änderungswünsche muss/ soll der Termin gehalten werden.
Ich sehe im übrigen keinen großen Unterschied in der Art der Abwicklung großer Projekte zwischen großen Behörden und großen Konzernen. Sklerotische Strukturen gibt es in beiden ausreichend.

7. Pauschalierungen
Pauschalierungen sind ein wichtiges Instrument zur Vergleichbarkeit der Angebote. Ein Nachteil liegt in der Gefahr von Preismanipulationen, die einer offenen Preisfindung zuwiderlaufen.  Pauschalierungen machen nur Sinn, wenn der Bauherr genau weiß, was er will. Sonst explodieren die Kosten aufgrund ständiger baubetrieblicher Störungen.

Das war meine kleine Werbeeinblendung für das vorzügliche Buch Meinhard von Gerkans. Sollten Sie das Buch über meine Lieblingsbuchhandlung ´Buch Bender´in den Quadraten Mannheims bestellen, richten Sie bitte schöne Grüße von mir aus.

Ihnen einen schönes herbstliches Sommer-Wochenende. Ihr Hartwig Maly

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1] von Gerkan, Meinhard, Black Box Berlin, Quadriga Verlag, Berlin, 2013
2] gmp plante den Flughafen Berlin-Tegel mit einem Budget von 1 Mrd. DM in 1965. Mit mittlerweile 400 Mitarbeiter an zehn Standorten weltweit war gmp für die Fertigstellung von 320 Projekten verantwortlich. Alleine in China für 75 Projekte , unter anderem das chinesische Nationalmuseum und Lingang New City für 800.000 EInwohner (ebenda s. S. 12)

Trust Me I´m Lying

Veröffentlicht: 5. September 2012 in Macht
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My strong recommendation. An excellent book on how to manipulate especially internet-media in a professional way. Author is Ryan Holiday. „A playbook for the dark arts of exploiting the media.“ Robert Greene says.

Care for a little taste? Here it is. Chapter VI Tactic #3: Give them what spreads, not what´s good. „Study the top stories at Digg or MSN.com and you´ll notice a pattern: the top stories all polarise people. If you make it threaten people´s 3 Bs – behavior, belief, or belongings – you get a huge virus-like dispersion.“ [1]

1] Tim Ferris, #1 New York Times Bestselling Author, q.v. Ryan Holiday, Trust Me I´m Lying, Portfolio/ Penguin, p. 59

Neues Seminar: Autorität, Macht und Verantwortung

Veröffentlicht: 4. September 2012 in Führung, Macht
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Ziel des Seminars: Der Umgang mit Macht gehört  für Führungskräfte zum Alltag. Macht ist ein zentrales Instrument zur Durchsetzung von Entscheidungen. Dennoch wird in  Organisationen selten offen darüber gesprochen. Solange sie ein Tabu bleibt, wird die ausgeübte Macht nicht auf ihre Ziele, ihre Funktion sowie die Art der Ausübung hinterfragt und gegebenenfalls verändert. Sie erforschen im Seminar Ihre eigenen Formen, mit Macht umzugehen und Einfluss zu nehmen, Denn der Einsatz von Strategien, Taktiken und Verhaltensweisen entscheidet darüber, ob und wie Sie Ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse verfolgen können.