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Strategie-Tools. Was bitte, soll es denn sein?

Veröffentlicht: 14. Februar 2011 in Strategie
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In meinem letzten Strategieseminar in Göttingen stellten die Teilnehmer am Ende des zweiten Tages eine spannende Frage. Zwei Tage lang hatten wir das Unternehmen Grohe und dessen Umfeld modelliert. Mit vielen Tools versuchten wir einer guten Strategie näher zu kommen. Das Unternehmen wurde wie ein Uhrwerk zerlegt. Die Abhängigkeiten der Rädchen bzw. Steuergrößen wurden unter verschiedenen Perspektiven untersucht. Unsere Seziermesser hierbei waren die Strategietools. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der Vater der Kybenetik, Norbert Wiener,wäre stolz auf uns gewesen. Ebenso Frederic Vester, der Begründer der Software gestützten Sensitivitätsanalyse. Uns schwirrten die Köpfe von der großen Zahl an Tools. Waren einige von ihnen vielleicht eher dienstbare Geister? SMART, SWOT,PEST, Lifecycle, Pareto, Technology-S-Curve, Wertschöpfungskette und „Five Forces“ überstanden die erste Vorentscheidung nicht. Die wirklich interessanten Kandidaten sollten auf der Streckbank ihre Qualitäten zeigen. Wir entschieden uns für ein besonders geeignetes „Folterinstrument“, das Spinnennetz-Diagramm.
Der erste Kandidat sollte das älteste strategische Tool sein. Die Ansoff-Matrix. Harry Igor Ansoff, der Begründer des strategischen Managements, spannte seine Matrix auf an den Achsen Produkte und Märkte. Er unterschied zwischen aktuellen und neuen Produkten und Märkten. Jedes Begriffspaar stand für eine Wachstumstrategie. Die „aktuelle Märkte“/ „aktuelle Produkte“-Strategie nannte er Marktdurchdringung. Wachstum wurde erzeugt z.B. durch häufigere Verwendung eines Produktes im existierenden Markt. Die Zahnarztgattin wirbt dann für den fünfmaligen täglichen Gebrauch einer Zahnbürste. Ansoff kennt vier Strategien. Außer dem Produkt/ Markt-Umfang bietet er Wachstumsvektoren an. Sie geben die Richtung derStrategieentwicklung an. Z.B. von der Marktdurchdringung hin zur Diversifikation. Synergien, Make or Buy und Wettbewerbsvorteile runden das Tool ab.
Alle Strategietools werden im selben Spinnennetz-Diagramm dargestellt. Die meisten Achsen sind selbsterklärend. Obwohl ihre Bezeichnungen mit „einfach“ beginnen, stellen sie uns in Strategie-Projekten oft vor die größten Probleme.
Mit welcher Kombination von Tools erziele ich die größte Abdeckung der Fläche meines Spinnennetz-Diagramms?
Mit BCG-Portfolio und Sensitivitätsanalyse haben Sie zwei Tools für strategische Analyse, Planung und Controlling.
Eine möglichst große Abdeckung der Fläche des Spinnennetz-Diagramms, ist natürlich nicht das einzige Maß für die geeignete Kombination an Tools. Sie benötigen ein Tool oder Tools für die strategische Analyse , die strategische Planung und das strategische Controlling.

Was bedeutet das? Welche Tools sind wofür geeignet? 

  • Die strategische Analyse dient zur Standortbestimmung. Geeignete Tools sind: SWOT, TOWS, Portfolio, Matrix,Szenarien-Planung, Core Competencies, etc.
  • Die strategische Planung eruiert strategische Szenarien/ Alternativen, um mein Ziel zu erreichen. Einige Beispiele für Tools: TOWS, Portfolio, Matrix, Sensitivitätsanalyse, Blue/ Red Ocean
  • Strategisches Controlling ist unverzichtbar, um zu verfolgen, ob die Umsetzung meiner Strategie eine Erfolgsgeschichte wird. Ein mächtiges Tool hierfür ist Balanced Scorecard. Eine ganzheitliche („Translation from vision to action), Kennzahlen-getriebene Methode

Noch eine Anmerkung zum Begriff Strategie. Wir sprechen von Strategie, entweder bei längeren Zeiträumen (größer drei oder vier Jahre) oder bei beachtlichen Veränderungspotenzialen. Beispiele sind Nokia, Wechsel von Gummistiefel zu Handys, Manngesmann, etc. .

Wie sieht es mit der Kombination Balanced Scorecard und Intuition aus? Sehen Sie selbst!