Mit ‘NSA’ getaggte Beiträge

Ist Quantität die neue Qualität im Internet? Ist stumpfes mechanisches Suchen eine getarnte Form von Weisheit? Klingt nach Neusprech aus Huxleys ´Brave New World´? Oder Neudenk.
Sie erinnern sich an meine beiden NSA-Posts vom 3. Juli? An den ´End of Theory´- Ansatz, wonach Daten in unvorstellbarer Menge imstande seien, das Paradigma der theoriengeleiteten Forschung abzulösen. Korrelation wäre demnach die neue Kausalität. Ein – wie bereits erwähnt – tragischer Irrtum. Wäre ´Big Data´ dann eher ´Fool Data´? Sollte Big Data nicht eher ´Smart Data´ heißen? Statt Fantasiegrößen wie Yottabyte und Zettabyte einfach wenige kluge Daten? Um es anschaulicher werden zu lassen, wie könnte man aus einer Fülle von ´Zahlen, Daten, Fakten´ wenige aktionsprägende, problemlösende Informationen gewinnen? Wie aus den Informationen Wissen bilden, also eine wahre und gerechtfertigte Meinung (justified true belief)? Wie letztlich aus Wissen Weisheit. Weisheit zu verstehen  als ein Filter, eine Fähigkeit, die sich auszeichnet durch wenige ungewöhnlich,tiefe Einsichten in das Wirkungsgefüge von Natur und Gesellschaft, getragen von einer einfachen herausragenden ethisch-moralischen Grundhaltung und dem damit verbundenen Handlungsvermögen? Das klingt weniger nach NSA, irgendeiner uns bekannten Software oder der Art wie Imperien machiavellistisch ihre Einflussbereiche ausbauen oder stabilisieren und eher nach dem Sinnspruch des neuplatonischen Philosophen Anicius Manlius Severinus Boethius´ „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ PRISM 20.0 vielleicht? Ein unter Umständen schweigendes Programm und Internet? Vergesslich vielleicht? Das klingt eher nach Michio Kakus Buch „Die Physik der Zukunft in 100 Jahren.“ Smart Force statt Brute Force. Lassen Sie mich meine Gedanken zu Big Data und Smart Data in den nächsten Wochen ein wenig sortieren. In den nächsten Posts. Mit gebotener Distanz zu hyperventilierenden Medien im Sommer zu diesem Thema, der sedierenden Argumentation Ronald Pofallas/ Angela Merkels mit dem vielleicht etwas irritierten aber im Grunde zufriedenen deutschen Michel in der Mitte.

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Wieviel soll´s denn sein, gnädige Frau?

Veröffentlicht: 29. Juli 2013 in Sichtweisen
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# Aufschrei NSA II

Veröffentlicht: 3. Juli 2013 in High-Tech, Science, Sichtweisen
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# Aufschrei NSA

Veröffentlicht: 3. Juli 2013 in High-Tech, Science, Sichtweisen
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Wir leben in einer sehr empörungsbereiten Informationsgesellschaft mit extrem kurzem Gedächtnis, geringem Sachverstand und großem Manipulationspotential. Der Bericht der EU-Komission zum Großvater des PRISM – Echelon, im Juli 2000 veröffentlicht, geriet in den Wirren von 9-11 in Vergessenheit. Es ist halt sehr zeitaufwändig, Mails mit PGP zu verschlüsseln oder anonymisierende Browser wie Ixquick zu verwenden. Einfacher ist es, sich immer wieder mal zu empören. Investmentbanker kennen diese Herdenverhalten von Amateuranlegern und nennen diese despektierlich Plankton [G. von Wallwitz, Odysseus und die Wiesel, 2011, S. 59]. Willige Opfer eines jeden von ihnen aufgeblasenen Trends, der mit Angst und Gier spielt.

Seit Echelon hat sich die ‘Big Data-Welt’ gravierend geändert.Den neuen Suchstrategien von NSA und GCHQ liegt ein gravierend neuer, aus meiner Sicht fatal falscher Ansatz zugrunde, der ‘End of Theory’ [telepolis 02.07.2013]. “Im Jahr 2008 schrieb der Wired-Herausgeber Chris Anderson […dazu…], dass Daten in unvorstellbarer Menge imstande seien, das Paradigma der theoriengeleiteten Forschung abzulösen. Korrelation ist demnach die neue Kausalität. Wenn nur genügend Daten zur Verfügung stünden, werde der kausallogische Zusammenhang nebensächlich. Allein über die Korrelationen ließen sich Vorhersagen treffen, die sämtlichen theorie-, hypothesen- und kausallogisch geleiteten Prognosen überlegen sind.” [http://www.wired.com/science/discoveries/magazine/16-07/pb_theory ]

Damit sind über Pseudokorrelationen fehlerhaften Analysen Tür und Tor geöffnet. Chaos garantiert. Allerdings erinnere ich mich an einen Hoffnung stiftenden, spannenden Vortrag Prof. Cramers mit dem Thema “Ist Chaos da ist Schöpfung nah.” Sehen wir es optimistisch, wir leben “in statu nascendi” eines herausfordernden Informationszeitalters. Unter der Federführung der Curricula-fixierten US-Kultur.

War es von Clausewitz, der einst sagte – sehr frei wiedergegeben – dass jedes Curriculum beim ersten Feindkontakt stürbe?