Archiv für die Kategorie ‘Ungeschminkte Management Wahrheiten’

Sie sind dabei, ein Unternehmen zu gründen? Sie durchleiden vielleicht schon die ersten Jahre als Geschäftsführer oder Geschäftsführerin einer Start-Up Company? Sie haben es geschafft, mit Ihrem mittelständischen Unternehmen seit einigen Jahrzehnten erfolgreich zu sein? Sie sind für einen größeren Konzern zuständig? Gleich was, es lohnt sich für Sie einige Minuten in unseren Clip hinein zu hören und über die Aktualität Greiners´ Entwicklungsmodells nachzudenken.

Greiner (* 6. Dezember 1933), emeritierter Proessor für Management und Organisation an der University of Southern California, veröffentlichte ein evolutionäres, auf jede zeitliche Festschreibung verzichtendes Fünf- (1972) bzw. Sechs-Phasen-Modell (1994) organisatorischen Wachstums, das  erklärt, wie Wachstumskrisen überwunden werden können. Die jeweiligen, zur Bewältigung einer Krise beitragenden Lösungsstrategien bilden dabei die Grundlage für erneute Krisen. Eine später hinzugefügte sechste Phase ist durch den Übergang von der Einzelorganisation zum Organisationen übergreifenden Netzwerk gekennzeichnet, welches neues Wachstum erlaubt.

Das geradezu klassisch gewordene Modell erlaubt es, das mögliche Auseinanderfallen von schnellem ökonomischen Wachstum und langsamer organisatorischer Reife zum Beispiel bei Start-Ups oder die nicht beabsichtigten Wirkungen von wachstumssteigernden und -sichernden Maßnahmen zu beschreiben (Zum Beispiel Bürokratisierung als eine Folge nur technisch unterstützter Koordination bei Nichtexistenz wirklicher Kooperation).

Greiners Ansatz bietet zudem Möglichkeiten, strategische Ziele so zu formulieren, dass sie maßgeschneidert zur jeweiligen Entwicklungsphase oder der Überwindung der abzusehenden, auf eine Phase folgenden Krise erfolgen.

P.S.:  Aus aktuellen Gründen ziehen wir den Clip No. 10 vor. Die Clips 7a (Ehrbarer Kaufmann), 8 (Chandlers Structure follows strategy) und 9 (Ishikawas Fishbone -Diagramm) sind bereits fertig und folgen in den nächsten Wochen.

imageSchau voraus und denke von dort aus zurück, heißt unser heutiger Beitrag  ´Ungeschminkte Management Wahrheiten | Management von Zielen´. Sechs Beiträge haben Sie schon überstanden. Wir sind quasi im Endspiel. Anschaulicher kennen Sie das Thema unter Begriffen, wie einen Plan B haben oder in Alternativen denken. Mathematisch geht es um Spieltheorie – Sequentielle Antworten. Die Bedeutung, eher unbescheiden, allgegenwärtig. Immer wenn Sie entscheiden müssen, lohnt es sich, ein Thema spieltheoretisch anzugehen. Wettrüsten, militärische Interventionen, Bildung von Kartellen, zwischenmenschliche Konfliktsituationen, Auswirkungen von Reorganisationen und vieles mehr. Irgendwann wird es so selbstverständlich wie das Atmen. Ohne Erstickungsanfälle ;-(. Auch wenn Sie nichts für Mathematik übrig haben. Lassen Sie sich überraschen. Zum warm werden gibt es – wenn Sie mögen – ´Spieltheorie – ein Einstieg zum Schnuppern´ vom 24. Juli 2014.

Das Wesentliche eines strategischen Spiels ist die wechselseitige Abhängigkeit der Entscheidungen gegnerischer Spieler. Diese Entscheidungen können entweder sequentiell oder simultan sein. Wenn zwei Spieler Schach spielen, zieht zuerst der eine und dann der andere. Abwechselnd. Nicht zweimal der eine und einmal der andere oder in einem beliebigen anderen Rhytmus. Exakt einmal weiß und einmal schwarz und dann wieder einmal weiß , usw. . In einer festgelegten Sequenz. Wenn weiß am Zug ist, wird er sich fragen, wie er den folgenden Zug beeinflussen und wie schwarz darauf reagieren wird. Die Anzahl alternativer Züge wird sehr schnell zunehmen. Wenn Spieler simultan spielen, spielen sie gleichzeitig und kennen folglich die jeweiligen Aktionen des/ der anderen nicht. Trotzdem wissen sie, dass es andere Spieler gibt. Sie werden sich also in den anderen versetzen müssen und versuchen, dessen Verhalten vorherzubestimmen, um die beste eigene Handlungsalternative zu erkennen. Soweit einige allgemeine Anmerkungen als Einstieg.

Nun einige Regeln und Beispiele zu Spielen mit sequentiellen Zügen. Wenn wir herausgefunden haben, wohin unsere anfänglichen Entscheidungen uns letzten Endes führen, verwenden wir diese Information, um unseren besten Zug zu finden. Regel: Schau voraus und schließe von dort zurück. Die meisten strategischen Spiele bestehen aus einer größeren Folge von Entscheidungen mit mehreren Alternativen. Ein anschauliches visuelles Hilfsmittel für die Anwendung unserer Regel heißt Baum-Diagramm. Es wird im zeitlichen Ablauf von links nach rechts gelesen. Zuerst ist der Spieler 1 am Zug. Er hat zwei Alternativen. Dann folgt der Spieler 2, der auch jeweils zwei Alternativen hat. Nach zwei Zügen wären das 2 x 2 = 4 Alternativen. Nach 10 Zügen 2 hoch 10 also 1024 Alternativen in diesem Diagramm. Wenn wir an unsere Regel denken, bedeutet dies, dass wir 1024 Alternativen ausarbeiten und bewerten müßten, um uns für die Geeignetste zu entscheiden. In der Spieltheorie wir dieses Diagramm übrigens Spielbaum genannt. Der Begriff Entscheidungsbaum ist Situationen vorbehalten, in denen nur eine Person handelt. Wenn das Spiel nach einer finiten (=endlichen) Anzahl von Zügen gelöst werden kann, ist es vollständig lösbar. Für jedes Spiel mit einer finiten Anzahl sequentieller Züge gibt es eine beste Strategie. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese leicht zu finden ist. Viel Spaß mit dem folgenden Clip.

Vgl. Avinash K. Dixit, Barry J. Nalebuff, Spieltheorie fürEinsteiger, S.34- 46, Stuttgart, ISBN 3-7910-1239-8

Angela Merkel kann es. So die Medien. Warum sollen Sie und ich es nicht auch können. [Relevante :-)] Ziele definieren. Ursache-Wirkungsketten ableiten und dann mit alternativen Szenarien oder Plänen sich aufmachen, die Ziele zu verwirklichen. Dabei vom Ziel her rückwärts denkend. Eigentlich ganz einfach und deshalb – klingt paradox – eher schwierig. Neben dem Denken in Alternativen steht uns häufig ein Mangel an Disziplin im Weg. Der innere Schweinehund. Wissenschaftlich formuliert, der ´Status Quo Bias´. Nichts für Kyniker. Obwohl der Schweinehund das nahe legt.

Den nächsten Clip gibt es am 21./ 22. August. Bis dahin Themen, die liegen geblieben sind. Ohne Schimmel angesetzt zu haben. Klingt ein wenig nach intellektueller Resteverwertung. CU.

Herzlich willkommen zu zwei Clips, die zusammen gehören. Thema Peter Drucker. Der Großmeister im Bereich Führung. Fast 100 Jahre alt geworden. Seine Veröffentlichungen zu den Themen Wissensmanagement und Führung werden ihn lang, lang überleben. Erstaunlich, dass man Unternehmen mit der von Drucker konzipierten Methode ´Management by Objectives´ oder abgekürzt MBO mit etwas Eingewöhnung recht virtuos managen kann. Eine Hommage also an den Meister mit einer kleinen Einschränkung namens ´Kognitiver Verzerrung´.  Unsere  Video-Maschine läßt  leider nur Clips mit maximal  14 Minuten und 59 Sekunden Länge zu. Deshalb heute ein Doppelpack. Sehen Sie uns bitte nach, dass Sie zwischendurch für eine gefühlte Minute einen Handy-Klingelton hören. Ich habe ihn – altersbedingt – leider nicht gehört. Michael schon, aber er wusste nicht, wo er das Handy hingelegt hatte. Also viel Spaß.

Wenn Sie ein wenig dazu lesen möchten und sich den Gorilla-Clip zum ´Kognitiven Bias´ansehen möchten, bitte sehr unter https://shapingalphapower.wordpress.com/2012/08/17/leb-wohl-mbo/

Wir leben zunehmend in einer wissenschaftlich geprägten Welt. Realität muss messbar sein. Experimentell verifizierbar. Gleiches gilt für das Management. Kennzeichnend hierfür ist ein Satz des Führungs-Großmeisters Peter Drucker. Du kannst nur managen was Du messen kannst. Dies ist die Welt des Chronos. Die Welt der Planung. Die Welt der Vergangenheit und der Zukunft. Daneben gibt es das 2000 Jahre alte Konzept des Kairos. Die Welt, in der man zur rechten Zeit am rechten Ort ist oder auch nicht. Welche Bedeutung kommt diesen beiden Konzepten im Themenbereich Ziele zu. Oder Donald Rumsfelds ´Unknown Unknowns`. Viel Spaß mit dem Clip.

 

Das nenne ich mal eine klare Ansage meines geschätzten Neuroselling-Dietrich. Sie erinnern sich sicher an seinen faszinierenden Artikel ´Neuroselling – das Gehirn kauft mit.´ Nachzulesen unter https://shapingalphapower.wordpress.com/2014/04/26/neuroselling-das-gehirn-kauft-mit/ . Dank Dietrich wird der Ziele-Clip No. 11 sich mit seiner ebenso coolen wie provokanten  Aussage beschäftigen “Goals are for losers – winners have systems !” That´s it. Vielleicht sollten wir uns Gedanken machen, was wir unter den ersten zehn Vorschlägen/ Addenda auslosen.

Im heutigen Clip werden wir Schwerpunkte der nächsten Clips zur Bedeutung von Zielen im Management skizzieren. Hafen für Hafen, den wir während unserer Management-Seereise anlaufen werden. Angefangen mit einigen philosophischen Überlegungen, Basics in Clip No.3 . Wie selbstverständlich bewegen wir Manager uns in der Welt des Führungs-Gurus Peter Drucker. Man kann nach Drucker nur managen was man messen kann. Wenn wir dieses Mantra nur lange genug wiederholen und inhalieren, sind wir überzeugt davon, dass es keine Welt jenseits von Zahlen gibt.

Wirtschaftswissenschaften und Management erwecken den Eindruck, dass alles Wesentliche in ihrer Welt messbar sei. Dies war der Stand der Mathematik des 18. Jahrhunderts, zur Zeit des französischen Mathematikers Laplace. Er glaubte daran, wenn man den Ausgangszustand eines Systems exakt kennte, sei es möglich, beliebige zukünftige Zustände des Systems exakt vorauszusagen. Dieses mechanistische Weltverständnis wurde nach ihm „Laplacescher Dämon“ genannt. Das Universum war für Laplace wie das Innere einer Uhr aufgebaut.

Seit ca. 100 Jahren weisen immer mehr Experimente in Physik, Komplexitätstheorie, Spieltheorie und Kommunikationswissenschaften darauf hin, dass unsere Fähigkeiten, Dinge halbwegs zuverlässig vorherzusagen, sehr begrenzt sind. Als Kinder der Aufklärung sind wir eindeutige Antworten gewohnt. Was nicht richtig ist, muss falsch sein. Zudem hat ein Verständnis der Wirtschaftswissenschaft als einer Naturwissenschaft, die zur Formulierung unwiderlegbarer Gesetze in der Lage ist, die Illusion geweckt, es gebe immer eine richtige dominante Vorgehensweise. Das ist nicht der Fall. Dazu später mehr.

Neben der durch Chronos bestimmten, chrono-logischen Welt, gibt es die Welt des Kairos. Eine Welt kleinkindlicher Offenheit und ungefilterter Neugierde. Kairos meint den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung. In der klassischen Antike wurde dieser Zeitpunkt als Gottheit personifiziert. Die Redensart, die Gelegenheit am Schopf zu packen, hat mit diesem jüngsten Sohn Zeus` zu tun. Im Alltag oder im Geschäft, bei der Karriereplanung beschäftigen sich die meisten von uns mit Chronos.  Eine Sache vom Ziel her zu planen, wie es Angela Merkel gerne und wahrscheinlich meisterlich vermag. Oder Projekte detailliert planen, einschließlich kritischem Pfad. Wohl wissend, dass nach von Clausewitz jeder Plan mit dem ersten Feindkontakt obsolet sei. Chronos bedeutet, mit den Gedanken in der Zukunft, bei den Hoffnungen oder in der Vergangenheit, bei den verpassten Chancen zu sein. Kairos bedeutet, die Gegenwart intensiv wahrzunehmen, um günstige Chancen zu ergreifen. Gibt es vielleicht eine Brücke zwischen den beiden Welten? Liegt der Schlüssel dazu im Agrigent?

Im Clip No. 4 legen wir im Hafen des Großmeisters Peter Drucker an., um einen Blick auf eines der imposantesten Instrumente im Bereich der Unternehmensführung zu werfen. Management by Objectives. Auch MBO genannt. Unglaublich, dass man damit Unternehmen beliebiger Größenordnung nach einigen Jahren mühsamer Einübung auf gemeinsame Ziele hin bewegen kann. Zeitaufwändig. Aber immerhin.

Im Clip No. 5 werden Phänomene wie ´kognitive Verzerrung´ und ´Status Quo Bias´ vorgestellt, die unsere uneingeschränkte Freude bei der Benutzung MBOs ein wenig eintrüben könnten.

Namen und Reihenfolge weiterer Häfen liegen noch ein wenig im Ungewissen. Es könnten zum Beispiel sein, der Zusammenhang zwischen Zielen und Larry Greiners Entwicklungsmodell (No.6). Danach durchleben Unternehmen verschiedenen Phasen, getrennt durch Krisen. Angefangen bei der Phase ´Wachstum durch Kreativität´ bei Start-Ups an deren Ende die Führungskrise steht, über die Phase ´Wachstum durch Führung´ an deren Ende die Autonomiekrise steht und einigen anderen. Bestimmte Arten von Zielen sind eng an bestimmte Phasen Larry Greiners Modell gebunden. Weitere Stationen haben mit CHANGE-Projekten und Motivation zu tun (No. 7), dem Ansatz, Dinge vom Ziel her wirkungsorientiert zu denken und ´Ursache-Wirkungs-Diagrammen´ (No. 8), der aus der Fehleranalytik stammenden Ishikawa-Fischgräten-Technik, um alternativen Szenarien Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen (No. 9) und last but not least eine Exkursion ausgehend vom Hafen der vier Narrative um die ´Unknown Unknowns (No. 10). Voila. Das ist es vorerst. Ihnen einen guten Start.

Herzlich willkommen zu unseren Clips ´Ungeschminkte Management Wahrheiten´. Meine lieb gewonnenen Partner von ´com on BCC´ und wir von ´ALpha Power´ planen, aus einem großen Fundus interessanter Management-Themen kurze Clips zu erstellen, die Ihnen Appetit machen sollen auf mehr. Als ehemalige Studenten oder Teilnehmer unserer Management-Seminare, Führungs- Nachwuchskräfte oder erfahrene Führungskräfte oder einfach weil es Sie interessiert. Auf eine entspannte, unterhaltsame Weise . Easy Listening, um am Puls trendiger Themen zu bleiben. Wöchentlich. Freitags. So unser Plan. In den folgenden Clips machen wir uns auf eine Reise – hoffentlich mit Ihnen – durch die Welt der Ziele und deren Bedeutung im Management. Jeweils maximal 15 Minuten schnuppern wir in verschiedene spannende Aspekte hinein. Plaudernd. Unterhaltsam. Informativ. Enjoy it. Hopefully.

Clip No. 1 beschäftigt sich mit dem interessanten Phänomen der ´Planning Fallacy´. Der Planungstäuschung. Kurioserweise neigen die meisten von uns dazu, den Aufwand, die Kosten oder die Dauer von Vorhaben deutlich zu niedrig einzuschätzen. Mindestens um 70 Prozent. Warum eigentlich? Was kann man dagegen tun? Im Clip No. 2, im Intro gibt es einen Überblick über die folgenden Clips zum Thema Ziele bis vermutlich zum Clip No. 10. Klingt zu lang. Wir versprechen, dass auf keinen Fall langweilig werden wird. Wenn Sie so wollen, gibt es im Intro unsere Seekarte zur ersten Rundreise zum Thema Ziele, mit den verschiedenen Häfen, in denen wir anlegen. Im Clip No. 3 wird es der Hafen ´Großmeister Peter Drucker´ sein mit Stärken und Schwächen des Führungs-Power-Instruments ´Management by Objectives´. Natürlich gibt es auch Klippen, Sirenen und was die griechische Mythologie und ihr Management- Analogon alles hergibt. Lassen Sie sich überraschen wie es dann weiter geht. Hope to see you again.

Ich bitte diejenigen um Verständnis, die bereits vor zwei Wochen den Clip gesehen haben. Ohne Erklärung des ´Big Pictures´. Seelenlos von uns. Unverzeihlich, Sie unvorbereitet in den Clip hinein zu stoßen ohne unsere Intention zu kennen. Überspringen Sie dann einfach diesen Clip. Wir haben inzwischen die nächsten auf Vorrat gedreht. Morgen gibt es den Clip No, 2 mit dem Intro.