Im heutigen Clip werden wir Schwerpunkte der nächsten Clips zur Bedeutung von Zielen im Management skizzieren. Hafen für Hafen, den wir während unserer Management-Seereise anlaufen werden. Angefangen mit einigen philosophischen Überlegungen, Basics in Clip No.3 . Wie selbstverständlich bewegen wir Manager uns in der Welt des Führungs-Gurus Peter Drucker. Man kann nach Drucker nur managen was man messen kann. Wenn wir dieses Mantra nur lange genug wiederholen und inhalieren, sind wir überzeugt davon, dass es keine Welt jenseits von Zahlen gibt.

Wirtschaftswissenschaften und Management erwecken den Eindruck, dass alles Wesentliche in ihrer Welt messbar sei. Dies war der Stand der Mathematik des 18. Jahrhunderts, zur Zeit des französischen Mathematikers Laplace. Er glaubte daran, wenn man den Ausgangszustand eines Systems exakt kennte, sei es möglich, beliebige zukünftige Zustände des Systems exakt vorauszusagen. Dieses mechanistische Weltverständnis wurde nach ihm „Laplacescher Dämon“ genannt. Das Universum war für Laplace wie das Innere einer Uhr aufgebaut.

Seit ca. 100 Jahren weisen immer mehr Experimente in Physik, Komplexitätstheorie, Spieltheorie und Kommunikationswissenschaften darauf hin, dass unsere Fähigkeiten, Dinge halbwegs zuverlässig vorherzusagen, sehr begrenzt sind. Als Kinder der Aufklärung sind wir eindeutige Antworten gewohnt. Was nicht richtig ist, muss falsch sein. Zudem hat ein Verständnis der Wirtschaftswissenschaft als einer Naturwissenschaft, die zur Formulierung unwiderlegbarer Gesetze in der Lage ist, die Illusion geweckt, es gebe immer eine richtige dominante Vorgehensweise. Das ist nicht der Fall. Dazu später mehr.

Neben der durch Chronos bestimmten, chrono-logischen Welt, gibt es die Welt des Kairos. Eine Welt kleinkindlicher Offenheit und ungefilterter Neugierde. Kairos meint den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung. In der klassischen Antike wurde dieser Zeitpunkt als Gottheit personifiziert. Die Redensart, die Gelegenheit am Schopf zu packen, hat mit diesem jüngsten Sohn Zeus` zu tun. Im Alltag oder im Geschäft, bei der Karriereplanung beschäftigen sich die meisten von uns mit Chronos.  Eine Sache vom Ziel her zu planen, wie es Angela Merkel gerne und wahrscheinlich meisterlich vermag. Oder Projekte detailliert planen, einschließlich kritischem Pfad. Wohl wissend, dass nach von Clausewitz jeder Plan mit dem ersten Feindkontakt obsolet sei. Chronos bedeutet, mit den Gedanken in der Zukunft, bei den Hoffnungen oder in der Vergangenheit, bei den verpassten Chancen zu sein. Kairos bedeutet, die Gegenwart intensiv wahrzunehmen, um günstige Chancen zu ergreifen. Gibt es vielleicht eine Brücke zwischen den beiden Welten? Liegt der Schlüssel dazu im Agrigent?

Im Clip No. 4 legen wir im Hafen des Großmeisters Peter Drucker an., um einen Blick auf eines der imposantesten Instrumente im Bereich der Unternehmensführung zu werfen. Management by Objectives. Auch MBO genannt. Unglaublich, dass man damit Unternehmen beliebiger Größenordnung nach einigen Jahren mühsamer Einübung auf gemeinsame Ziele hin bewegen kann. Zeitaufwändig. Aber immerhin.

Im Clip No. 5 werden Phänomene wie ´kognitive Verzerrung´ und ´Status Quo Bias´ vorgestellt, die unsere uneingeschränkte Freude bei der Benutzung MBOs ein wenig eintrüben könnten.

Namen und Reihenfolge weiterer Häfen liegen noch ein wenig im Ungewissen. Es könnten zum Beispiel sein, der Zusammenhang zwischen Zielen und Larry Greiners Entwicklungsmodell (No.6). Danach durchleben Unternehmen verschiedenen Phasen, getrennt durch Krisen. Angefangen bei der Phase ´Wachstum durch Kreativität´ bei Start-Ups an deren Ende die Führungskrise steht, über die Phase ´Wachstum durch Führung´ an deren Ende die Autonomiekrise steht und einigen anderen. Bestimmte Arten von Zielen sind eng an bestimmte Phasen Larry Greiners Modell gebunden. Weitere Stationen haben mit CHANGE-Projekten und Motivation zu tun (No. 7), dem Ansatz, Dinge vom Ziel her wirkungsorientiert zu denken und ´Ursache-Wirkungs-Diagrammen´ (No. 8), der aus der Fehleranalytik stammenden Ishikawa-Fischgräten-Technik, um alternativen Szenarien Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen (No. 9) und last but not least eine Exkursion ausgehend vom Hafen der vier Narrative um die ´Unknown Unknowns (No. 10). Voila. Das ist es vorerst. Ihnen einen guten Start.

Kommentare
  1. Dietrich sagt:

    Spannende Themen! Ich freue mich auf eure weitere Veröffentlichungen! In dem zu Zusammenhang mit Zielen habe ich kürzlich gelesen : „Goals are for losers -winners have systems !“ Heißt: dauerhafter Erfolg nur bei vorhandenen erfolgsversprechenden Systemen eintritt und nicht durch aufstellen von „smarten“ Zielen.