Smart data, what else (1).

Veröffentlicht: 3. Oktober 2013 in Born Free, Ethik, High-Tech, Kultur
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Ist Quantität die neue Qualität im Internet? Ist stumpfes mechanisches Suchen eine getarnte Form von Weisheit? Klingt nach Neusprech aus Huxleys ´Brave New World´? Oder Neudenk.
Sie erinnern sich an meine beiden NSA-Posts vom 3. Juli? An den ´End of Theory´- Ansatz, wonach Daten in unvorstellbarer Menge imstande seien, das Paradigma der theoriengeleiteten Forschung abzulösen. Korrelation wäre demnach die neue Kausalität. Ein – wie bereits erwähnt – tragischer Irrtum. Wäre ´Big Data´ dann eher ´Fool Data´? Sollte Big Data nicht eher ´Smart Data´ heißen? Statt Fantasiegrößen wie Yottabyte und Zettabyte einfach wenige kluge Daten? Um es anschaulicher werden zu lassen, wie könnte man aus einer Fülle von ´Zahlen, Daten, Fakten´ wenige aktionsprägende, problemlösende Informationen gewinnen? Wie aus den Informationen Wissen bilden, also eine wahre und gerechtfertigte Meinung (justified true belief)? Wie letztlich aus Wissen Weisheit. Weisheit zu verstehen  als ein Filter, eine Fähigkeit, die sich auszeichnet durch wenige ungewöhnlich,tiefe Einsichten in das Wirkungsgefüge von Natur und Gesellschaft, getragen von einer einfachen herausragenden ethisch-moralischen Grundhaltung und dem damit verbundenen Handlungsvermögen? Das klingt weniger nach NSA, irgendeiner uns bekannten Software oder der Art wie Imperien machiavellistisch ihre Einflussbereiche ausbauen oder stabilisieren und eher nach dem Sinnspruch des neuplatonischen Philosophen Anicius Manlius Severinus Boethius´ „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ PRISM 20.0 vielleicht? Ein unter Umständen schweigendes Programm und Internet? Vergesslich vielleicht? Das klingt eher nach Michio Kakus Buch „Die Physik der Zukunft in 100 Jahren.“ Smart Force statt Brute Force. Lassen Sie mich meine Gedanken zu Big Data und Smart Data in den nächsten Wochen ein wenig sortieren. In den nächsten Posts. Mit gebotener Distanz zu hyperventilierenden Medien im Sommer zu diesem Thema, der sedierenden Argumentation Ronald Pofallas/ Angela Merkels mit dem vielleicht etwas irritierten aber im Grunde zufriedenen deutschen Michel in der Mitte.

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Kommentare
  1. Alexander Frank sagt:

    s m a r t Data ist ein toller Begriff!
    Mir stellt sich gerade die Frage über die Bedeutung der Gauß-Kurve in der Abbildung.
    Ist diese Datamenge normalverteilt? Stellt der Mittelwert das qualitativ Wichtige dar?
    Auf eine (statstische) Ausführung bin ich sehr gespannt.

    • Hallo Alexander, Danke für Ihre interessanten Fragen. Die Kurve soll keine Normalverteilung sein. Ich bin sicher, dass die Daten/ Informationen im ‚Big Data Raum‘ nicht normalverteilt sind. Dazu müssten sie zufällig zustande gekommen sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Antwort auf Ihre Frage, die Reihenfolge der Zeichen, zufällig ist, geht gegen Null. Der eigentliche Grund für die Kurve, eine u.U. schlampig gezeichneter Lebenszyklus, keine spiegelsymmetrische Normalverteilung, ist – sie soll Dinge symbolisieren, die eine endliche Lebenserwartung haben – Menschen, beliebige Produkte – und digital im ‚Big Data Raum‘ abgebildet werden.

      Bis zum nächsten mal.

  2. Einer meiner Studenten weist mich in Facebook darauf hin, dass IBM ‚Smarter Analytics‘ anbietet: Business Analytics & Big Data: große Datenmengen gezielt analysieren, um wertvolle Erkenntnisse für eine fundierte Entscheidungsfindung zu erhalten. Auf dem weg zu ‚Smarter Cities‘.

    http://www-01.ibm.com/software/de/events/businessconnect/index.html