Issues Management und Katastrophen

Veröffentlicht: 7. August 2010 in Management, Risiko, Zitate
Schlagwörter:, , ,

Attentat auf die Twin Towers, BP im Golf von Mexico, Wald- und Torfbrand um Moskau herum, Finanzmarktkrise – wieso werden Katastrophen (1) nicht rechtzeitig vorhergesehen? Und warum werden vorbeugende Maßnahmen häufig nicht rechtzeitig ergriffen? Möglichkeiten dazu gäbe es. Issues Management wäre eine davon. Woran scheitert es?

„An issue ignored is a crisis invited – Ein Thema zu ignorieren, das die Öffentlichkeit bewegt, ist die Einladung zu einer Krise.“ Henry Kissinger, ehemaliger US-Außenminister.

Issues Management bezeichnet ein Frühwarn- und Reaktionssystem, welches das Umfeld eines Unternehmens oder einer Organisation beobachtet und analysiert und so Krisenprävention aber auch Chancenkommunikation ermöglicht. Auch an zahlreichen Katastrophen läßt sich erkennen, wie Themen zu spät erkannt und aufgegriffen worden sind. Durch dieses Defizit hatte das Management jede Möglichkeit verloren, die öffentliche Debatte von der eigenen Seite aus zu steuern.

Die zunehmende Unübersichtlichkeit des globalen, digitalisierten Informationsflusses, der stärker gewordene Legitimationsdruck auf Politiker Manager oder Unternehmer  und die Dynamik des Mediensystems haben einen Bedarf nach Orientierung und Früherkennung von Risiken und Themen wachsen lassen.

98 Prozent der Top-Manager halten nach einer Studie der Universität Witten/Herdecke (2002) die Beobachtung und Analyse des Unternehmensumfeldes für wichtig bis sehr wichtig, aber nur 20 Prozent der befragten Unternehmen verfügten zu diesem Zeitpunkt über ein etabliertes Instrument.

Ziel des Issues Managements ist es, Abweichungen zwischen den Erwartungen und der Wahrnehmung der Stakeholder und den Aktionen der Organisation rechtzeitig zu erkennen und diese Lücken zu schließen. Dabei versteht sich Issues Management nicht als kommunikationsintensive PR, sondern als strategisches Instrument, an dem stets sämtliche Bereiche einer Organisation beteiligt sind.

1) altgriechisch καταστροφή, Komposition aus katá – „herab-“, „nieder-“ und stréphein „wenden“, also eigentlich „Wendung zum Niedergang“
2) 4managers, Website mit umfangreichem Lexikon, inklusive Powerpoint-Präsentationen, zu Management-Begriffen, http://www.4managers.de/management/themen/issue-management/ , 8. August 2010

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.